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Notruf aus den Alpen

Der Verfall der alpinen Infrastruktur Österreichs droht: 272 Schutzhütten und 50.000 km Wanderwege befinden sich in einer akuten Notlage. Die alpinen Vereine fordern daher ein finanzielles Rettungspaket in der Höhe von 95 Mio. Euro.

 

Text: Peter Emrich B. A., Naturfreunde Österreich

 

Durchschnittlich drei bis vier Hütten pro Jahr können die alpinen Vereine nicht mehr weiterführen. Einzelne Wege müssen gesperrt oder aufgelassen werden. Daher fordern der Verband alpiner Vereine Österreich (VAVÖ), die Naturfreunde Österreich und alle Mitgliedsvereine des VAVÖ eine Unterstützung der öffentlichen Hand in der Höhe von 95 Mio. Euro. „Nur mit einem solchen Rettungspaket der Regierung können Bedingungen geschaffen werden, um in den Bergen Schutzhütten und Wanderwege weiterhin zu bewahren“, betont Mag. Günter Abraham, Geschäftsführer der Naturfreunde Österreich und Vizepräsident des VAVÖ. „Begleitet von einer Informationskampagne und einer Petition zur Mobilisierung der 906.000 VAVÖ-Mitglieder treten wir nun mit diesem Anliegen an die Regierung heran.“

 

 

Schutzhütten in Not

Schutzhütten bieten Erholungsuchenden am Berg eine Sicherheit und sind Meldestellen für alpine Notfälle sowie ein Fundament des Tourismus. Von den 429 Hütten, Häusern und Biwaks der alpinen Vereine befinden sich 272 Schutzhütten in alpiner Lage. Die Instandhaltungskosten für diese Schutzhütten können kaum aus dem laufenden Hüttenbetrieb finanziert werden. Teilweise sind sie 150 Jahre alt. Größere Sanierungs- und Ersatzbauprojekte haben sich aufgrund der begrenzten und wertreduzierten Mittel über die Jahre angestaut. Die Fördermittel für die alpinen Vereine sind mit weniger als 18 Prozent der laufenden Instandhaltungskosten für Hütten deutlich zu gering. Seit der letzten Anpassung der Fördermittel des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft im Jahr 2013 sind die Baukosten im Tal um 42 Prozent gestiegen, im Hochgebirge noch dramatischer. Das ist für die Vereine nicht mehr tragbar – vor allem in einer Zeit, in der aufgrund von Extremwetterereignissen infolge der Klimakrise immer mehr massive Schäden entstehen.

 

Günter Abraham: „In den nächsten Jahrzehnten werden durch den Klimawandel große Herausforderungen auf uns zukommen. Neben sozialen Problemen wie Hunger oder Armut sind wir mit den zerstörerischen Auswirkungen auf die Natur und Umwelt in unseren Bergen konfrontiert. Der Erhalt unserer alpinen Hütten und Wege wird unser aller Leidenschaft und Kraft benötigen. Ohne den außergewöhnlichen Arbeitseinsatz der vielen ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären ist dieses Vorhaben schlichtweg nicht möglich. Es liegt mir sehr daran, dass die Bundesregierung durch eine finanzielle Zuwendung ihren Respekt und Dank für das Geleistete zum Ausdruck bringt und so mithilft, dieses österreichische Kulturgut zu erhalten.“

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